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Was man unter dem Mikroskop sieht · Metallografie

Was man mit einem Metallmikroskop sieht

Ein Metall lässt kein Licht durch: Man betrachtet es im Auflicht, das durch das Objektiv nach unten fällt und von der Oberfläche zurückkommt. Das Stahlstück wird in Kunstharz eingebettet, spiegelblank poliert und mit Nital geätzt, das die Körner sichtbar macht.

Wählen Sie Modell und Verfahren im Bedienfeld.

50×: das Gesamtbild

Man sieht helle und dunkle Bereiche, über das ganze Stück verteilt: Es ist ein kohlenstoffarmer Stahl.

100×: Ferrit und Perlit

Die hellen Körner sind Ferrit, die dunklen Perlit. In einem Stahl mit 0,2 % Kohlenstoff macht der Perlit etwa ein Viertel aus.

200×: die Korngrenzen

Nital greift die Grenzen zwischen den Körnern stärker an; sie erscheinen als dunkle Linien. An ihnen misst man die Korngröße.

500×: der Perlit aus der Nähe

Perlit besteht aus abwechselnden Lamellen aus Ferrit und Zementit, oft so fein, dass das Lichtmikroskop sie nicht auflöst: Er erscheint als dunkler, gesprenkelter Bereich.

Welches Metallmikroskop brauchen Sie?

Für Metalle braucht man Auflicht, das von oben durch das Objektiv kommt. Metallmikroskope haben es, und einige bieten zusätzlich Dunkelfeld und Polarisation.

Welches Mikroskop brauche ich?

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen einem Metallmikroskop und einem biologischen Mikroskop?

Das biologische Mikroskop beleuchtet von unten, und das Licht durchstrahlt die Probe. Das Metallmikroskop beleuchtet von oben, durch das Objektiv selbst, weil ein Metall kein Licht durchlässt.

Was ist Ferrit und was ist Perlit?

Zwei Gefügebestandteile des Stahls: Ferrit erscheint nach der Nitalätzung hell, Perlit, der aus Lamellen aus Ferrit und Zementit besteht, dunkel.

Wozu dienen Dunkelfeld und Polarisation in der Metallografie?

Im Dunkelfeld kehrt sich der Kontrast um, und die Korngrenzen erscheinen hell. Mit gekreuzten Polarisatoren erscheint ein Stahl gleichmäßig dunkel, weil seine Struktur kubisch ist.

Wie diese Simulation entstanden ist

Das ist kein Foto, sondern ein berechnetes Modell. Vergrößerung, Sehfeld und Auflösung stammen aus dem technischen Datenblatt des jeweiligen Mikroskops; die Maße der Probe aus den unten genannten Quellen.

WasWie es berechnet wirdWas daran Näherung ist
Vergrößerung und SehfeldVergrößerung = Okular × Objektiv. Sehfeld = Sehfeldzahl des Okulars ÷ Vergrößerung des Objektivs.Exakt laut Datenblatt.
Ferrit und PerlitHeller Ferrit und dunkler Perlit nach Nitalätzung; Perlit ≈ 24 % bei einem Stahl mit 0,2 % Kohlenstoff (Hebelgesetz).Verteilung der Körner zufällig erzeugt.
KorngrößeEtwa 28 µm (ASTM 7, nach der Formel der Norm E112).Für diesen Stahl gibt es keinen einheitlichen veröffentlichten Wert: im üblichen Bereich gewählt.
Lamellen des PerlitsZu fein für das Lichtmikroskop: dunkler, gesprenkelter Bereich.Lamellenabstand nicht überprüft.
Dunkelfeld und PolarisationIm Dunkelfeld kehrt sich der Kontrast um; mit gekreuzten Polarisatoren erscheint der Stahl gleichmäßig dunkel.Intensitäten gewählt.

Quellen

Weitere Proben

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